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[Jahr] Schreibweise
Frühere Ortsnamen:
Arenshagen
Arndeshagen
Hagenhufendorf
Bahnhof-Kamp
666 ha
1939: 362 Einwohner
2000: 280 Einwohner
Arnshagen, mit
Groß Strellin,
Hohenstein,
Klein Strellin,
Überlauf,
Neumühlen (zu Flinkow)
Arnshagen
Arnshagen
Stolp
Es gab in Arnshagen eine eigene Schule.
Die nächste Bahnstation befand sich in Arnshagen auf der Strecke Stolp − Stolpmünde.
Die nächste Poststation befand sich in Arnshagen (über Stolp/Pommern).
Arnshagen hat schon zur Zeit der Gründung der Stadt Stolp im Jahre 1310 bestanden. Es gehörte zu den sogenannten Hagendörfern im Stolper Land, die von deutschen Einwanderern gegründet worden sind. Das Dorf Arnshagen und der Hafen Stolpmünde wurden von den Rittern Jesko, Herrn von Schlawe und Jesko von Rügenwalde 1337 an den Magistrat der Stadt Stolp verkauft und wurde so zu einem städtischen Eigentumsdorf.
Mit je 1 13/36 Lehen sind in der Hufenklassifikation (1717) genannt:
| 1. Peter Albrecht, Schultz | 6. Peter Albrecht |
| 2. Peter Hildebrandt | 7. Peter Hildebrandt (jun.) |
| 3. Jacob Hildebrandt | 8. Jacob Albrecht |
| 4. David Albrecht | 9. Peter Hildebrandt (sen.) und |
| 5. Michel Kalff | Cossäth Daniel Gorbe |
Um 1784 hatte Arnshagen nach Brüggemann einen Prediger, einen Schulmeister, neun Bauern, die keine Naturaldienste leisteten, sondern Dienstgeld zahlten, eine Schmiede und insgesamt 16 Feuerstellen.
Im Zuge der Bauernbefreiung wurde durch Rezeß vom 31. Januar 1821 den damaligen Pachtbauern die landwirtschaftlich genutzten Flächen und Höfe gegen eine jährliche Rente überlassen.
Der folgende Dorfplan zeigt die Höfe des Kämmereidorfes im Jahr 1824, also kurz nach dem Jahr des Rezesses.
Kämmerei-Dorf Arenshagen
Nr. 1 Büdner Michael Manteuffel
Nr. 2 Schmiede des Johann Küttner
Nr. 3 Bauernhof des Johann Küttner, Michael Wittenburg, David Albrecht und Martin Albrecht
Nr. 4 Hirtenhaus
Nr. 5 Haus des Schulz Jacob Albrecht
Nr. 6 Bauer Johann Hildebrandt
Nr. 7 Büdner Peter Albrecht
Nr. 8 Bauer Jacob Hildebrandt
Nr. 9 Bauer Hans Hildebrandt
Nr. 10 Bauer Peter Albrecht
Nr. 11 Büdner Jacob Albrecht
Nr. 12 Bauer Michael Hildebrandt
Nr. 13 Holzwärterwohnung
Nr. 14 Schulhaus
Nr. 15 Büdner Jacob Hildebrandt und Michael Kunde
Nr. 16 Kathen des Schulz Jacob Albrecht
Nr. 17 Bauer Christian Albrecht
Nr. 18 Bauer Martin Albrecht
Nr. 19 Bauer Jacob Freyse
Nr. 20 Büdner Martin Hildebrandt
Nr. 21 Wohnung des Schweinehirten
Nr. 22 Büdner Jacob Seils
aufgenommen im August 1824
Die seit 1850 geschaffenen Rentenbanken haben im Laufe des 19. Jahrhunderts die völlige Ablösung der Reallasten und die Auflösung des Verhältnisses zwischen der Stadt und den ehemaligen Kämmereigütern vermittelt. So wurde aus dem städtischen Eigentumsdorf ein Bauerndorf. Im Jahr 1939 hatte es 60 landwirtschaftliche Betriebe.
Auf einem Festakt in Starkow wurden am 10. Mai 1934 Vertreter von 131 pommerschen Bauernfamilien geehrt, deren Familien nachweislich über 200 Jahre auf ihren Höfen gesessen haben.
Aus Arenshagen waren dies:
| Reinhold Albrecht | 1616 | Richard Hildebrandt | 1717 |
| Friedrich Hildebrandt | 1698 | Ferdinand Albrecht | 1717 |
Im letzten Güteradressbuch werden namentlich genannt:
| Ernst Albrecht | 26 ha | Friedrich Hildebrandt | 20 ha |
| Ferdinand Albrecht | 32 ha | Richard Hildebrandt | 27 ha |
| Reinhold Albrecht | 27 ha | Fritz Küttner | 33 ha |
| Wilhelm Albrecht | 26 ha | Franz Papenfuß | 28 ha |
| Heinrich Bodtke | 25 ha | Reinhold Papenfuß | 20 ha |
| Edmund Hildebrandt | 32 ha |
Daneben werden im Reichsadressbuch 1940/41 die folgenden Betriebe und Einrichtungen verzeichnet:
| Ländliche Spar- und Darlehenskasse EGmbH | Schneider Karl Hildebrandt |
| Arnshagener Molkerei EGmbH | Tischler Artur Rahn |
| Gasthof Max Albrecht | Tischler H. Ratzke |
| Mühle Karl Wilke |
In den letzten Tagen bevor die sowjetische Armee am Vormittag des 8. März 1945 Arnshagen besetzt hat, zogen endlose Flüchtlingstrecks aus Ost- und Westpreußen und den benachbarten südlichen Kreisen durch den Ort. Am Abend des 7. März war der Ort so voll, „dass jeder Winkel belegt war und viele Pferde draußen bleiben mussten“. Am folgenden Morgen um 7 Uhr brachen die Bewohner selbst zur Flucht auf. Der Dorftreck zog über Bedlin, Klein Machmin ostwärts, wurde dann aber vor Wobesde von den sowjetischen Einheiten überrollt. Und so kehrten sie in ihr Heimatdorf zurück. Unzählige Flüchtlinge waren am Morgen im Ort zurückgeblieben. Ein Sprengkommando hatte die Stolpebrücke gesprengt, nachdem die letzten Trecks die Brücke passiert hatten. Die deutschen Bewohner, deren Familien seit undenklichen Zeiten im Dorf ansässig waren, wurden vertrieben, u.a. mit Transporten, die von Stolp am 10. Dezember 1945 und 5. Juni 1946 abgingen. Bis 1947 wurden die übrigen Bewohner vertrieben. Die Heimatortskartei Pommern hat später 150 von ihnen in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt und 106 in der DDR.
Der Ort wird 1337 durch Jesko v.Schlawe und Jesko v. Rügenwalde an Stolp verkauft. Für 1412 ist Petrus Hoghedorp als Pfarrer bezeugt, 1539 und 1566 werden Visitationen erwähnt. Filial war Groß Strellin, aus welchem 1281 der Zehnt an Belbuck verliehen wurde, 1286 wird Strellin Besitz des Stolper Nonnenklosters, 1366 sind die v. Puttkamer Besitzer in Strellin. Im Jahre 1364 wird Johannes Gerwin als Pfarrer genannt, 1493 die Pfarrer Stortewin Brandt und Nicolaus Pape. Das Patronat der Kirche hat Kloster Belbuck Es war offenbar Groß Strellin selbständiges Kirchspiel, was auch aus der Matrikel von 1590 hervorgeht. Es dürfte nach 1590 Filial von Arnshagen geworden sein.
Pagel beschreibt die Kirche von Arnshagen wie folgt:
„Die Kirche in Arnshagen ist, mitten im Dorf gelegen, ein Fachwerkgebäude mit massiven mittelalterlichen Turm. Das Fundament des Turmes besteht aus Feldsteinen, das Mauerwerk aus Ziegeln mit Feldsteinen untermischt. Das Dach bildet ein spitzer schindelgedeckter Helm. Um etwa 1400 dürften Turm und Mittelschiff entstanden sein. Die beiden Seitenschiffe (das nördliche von 1847 und das südliche 1863 erbaut) sind nicht einmal hundert Jahre alt. Der Altar hat einen Barockaufbau in üblicher Anordnung mit dem Abendmahl im Unterbau, der Kreuzigung im Mittelteil und der Auferstehung im oberen Aufbau. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert. Neben dem Altar befand sich ein Gestühl, das laut Jahresangabe 1625 gefertigt worden ist. Zur übrigen Innenausstattung gehörten ein Taufbecken aus Messing mit der Darstelllung der Verkündigung Mariä, die beiden Holzschnitzwerke Christus am Kreuz und Maria mit dem Jesuskind sowie die Abendmahlsgeräte, 1 verguldet kellik und 1 verguldet patene, die schon 1546 erwähnt werden. Sie bleiben der Gemeinde bis 1945 erhalten. Eine der Glocken war mittelalterlich, die andere stammte aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Neben der Kirche lag das Pfarrhaus, Ein Fachwerkbau aus dem Jahre 1825.“
„Die Pfarre Arnshagen umfasste die Kirchengemeinden Arnshagen und Groß Strellin. Das Kirchspiel hatte 1940 fünf eingepfarrte Ortschaften bzw. Ortsteile mit zusammen 1755 Gemeindemitgliedern. Eingepfarrte waren Hohenstein und Überlauf und die Kirchgemeinde Groß Strellin die Ortschaft Klein Strellin. Auch der Ortsteil Neumühl der Gemeinde Flinkow unterstand der Pfarre in Arnshagen. Das Patronat von Arnshagen übte der Magistrat von Stolp als Alleinwahlberechtigter und von Groß Strellin der Rittergutsbesitzer Mach-Groß Strelin aus. Gottesdienste wurden an allen Sonn- und Feiertagen in beiden Kirchen gehalten. Als Kirchspiel gehörte Arnshagen zum Kirchenkreis Stolp-Stadt. Die Dorfbevölkerung war evangelisch. Im Jahre 1925 lebten in Arnshagen 5 Bewohner katholischer Konfession (1,3 v.H.).“
Von der Kirche Arnshagen sind mehrere Kirchenbücher erhalten geblieben.
Pastoren bis 1945 waren:
| 1364 | Johannes Gerwin (Strellin) | 1667 | Heinrich Gerner |
| 1493 | Stortewin Brandt (Strellin) | 1693 | Friedrich Schlutius |
| 1512 | Petrus Hoghedorp (A.) |
1737 | Daniel Christian Jennerich |
| vor 1566 | Elias Hogensee (A.) | 1764 | Gottfried Crystell |
| 1578 | Christian Sander (A.) | 1767 | Friedrich Wilhelm Specht |
| 1590 | M. Christoph Krüger | 1799 | Carl Jacob Blaurock |
| um 1600 | Arnold Könhoff | 1839 | Karl Theodor Leiber |
| vor 1615 | Joachim Goläus | 1895 | Ernst Gustav Brunk |
| 1615 | Paulus Costerus | 1932 | Dreyer |
| 1630 | Jacob Schröder | 1934 | Herbert Lieberg |
| vor 1640 | Gregor Myrschäus | 1940 | Helmut Kiausch |
| 1640 | Martin Wolff | 1945 | Daudert |
Arnshagen hatte ein eigenes Standesamt, welches auch für Hohenstein und Überlauf zuständig war. Unterlagen aus dem Standesamt Arnshagen aus der Zeit vor 1945 sind nicht erhalten geblieben.
Vor 1945 war das Standesamt Arnshagen wie folgt besetzt:
| Standesbeamter | Schmiedemeister Otto Rahn (Arnshagen) | Bestellt am 24.06.1936 |
| 1. Stellvertreter | Landwirt Otto Zessin (A.) | Bestellt am 25.07.1936 |
| 2. Stellvertreter | Frau Berta Hildebrandt, geb. Albrecht (A.) | Bestellt am 14.12.1929 |
1932: Eingliedrige Volksschule (1 Lehrer, 1 Klasse, 51 Schüler)
09.07.1939: Neue Schule (2 Klassen)
Lehrer waren 1939: Walter Janczikowsky und Heinz Hoffmeister.
Dr. phil. Adalbert (Albert) Theodor Ludwig Leiber (zuletzt Gymnasialprofessor a. D. in Magdeburg)
geb. 9. November 1842 in Arnshagen (Kreis Stolp, Pommern)
get. 17. Dezember 1842 in Arnshagen
gest. 17. Dezember 1911
Verheiratet, keine Kinder
Lebensstationen:
24.03.1862: Abitur am Gymnasium zu Stolp,
Sommersemester 1862: Studium Philologie in Greifswald,
Sommersemester 1864: nicht mehr an der Universität Greifswald immatrikuliert,
31.03.1866: Promotion zum Dr. phil. an der Universität Halle "De
casibus quibusdam, in quibus corporis solidi motus in incompressibili
fluido analysis auxilio determinari potest",
31.07.1866: 1. Lehramtsprüfung (Mathematik, Physik, Chemie) in Halle,
Sept. 1866: Probejahr am Marienstiftsgymnasium Stettin,
01.10.1867: Hilfslehrer,
13.11.1868: 2. Lehramtsprüfung (Französisch) an der Universität
Greifswald,
01.04.1869: ordentlicher Lehrer an der Höheren Bürgerschule Eilenburg/Sachsen,
01.10.1879: Oberlehrer am Realprogymnasium Eilenburg/Sachsen,
15.04.1886: Oberlehrer am König - Wilhelms - Gymnasium Magdeburg,
16.03.1893: Gymnasialprofessor,
10.04.1893: Verleihung des Ranges der Räte IV. Klasse,
04.01.1901: Verleihung des Roten Adler Ordens IV. Klasse mit dem Ausscheiden aus dem
Schuldienst.
Veröffentlichungen:
Quellen: