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Historisches in Kürze

Urkundliche Erwähnungen

unbekannt

Zum Ortsnamen

früher: Hogenstein

Dorfform

Hagenhufendorf

Wohnplätze

Speckenberg

Fröhlichkeit

Grundflächen

Gemeindefläche 646 ha

Einwohnerzahlen

1939: 379 Einwohner

Kirchspiel

Arnshagen

Standesamtsbezirk

Arnshagen

Amtsbezirk

Arnshagen

Amtsgericht

Stolp

Schule

Es gab im Ort ein eigenes Schulgebäude

Bahnanschluss

Die nächste Bahnstation befand sich in Stolpmünde auf der Strecke Stolp−Stolpmünde

Poststation

Die nächste Poststation befand sich in Hohenstein

Stolp > Heimatorte > Landkreis Stolp > Hohenstein > Ortsgeschichte

Zur Geschichte von Hohenstein bis 1945

Hohenstein ist ein typisches Hagenhufendorf und wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert zur Zeit der Ostkolonisation gegründet. Zunächst gehörte es Jesko, Herrn von Schlawe aus dem Geschlecht der Svenzonen. Seit dem 14. Jahrhundert ist Hohenstein Eigentumsdorf der Stadt Stolp.

 

Mit je 1 13/17 Landhufen sind in der Hufenklassifikation 1717 genannt:

1. Peter Ratzke 8. Jacob Kalff
2. Michel Mitzlaff 9. Peter Bödtker
3. Hanß Hilbrandt 10. Marten Kalff
4. Tews Mickley 11. Hanß Bödtker
5. Martin Freise 12. Peter Bödtker
6. Erdmann Kalff 13. Michel Ströhmer
7. Hanß Kalff    

In den Kirchenbüchern finden wir am Anfang des 18. Jahrhunderts die Hohensteiner Familiennamen Granzow, Ratzke, Seils, Wuttke, Zühlske. Ein eigentliches Rittergut hat in Hohenstein nicht bestanden. Vielmehr waren die Hohensteiner Zinspachtbauern, die ihre Höfe nur auf Zeit gepachtet hatten. Etwa 1770 erwarben einige Bauern ihre Höfe in Erbpacht. Um 1784 hatte Hohenstein nach Brüggemann elf Bauern und einen dazugekauften Bauernhof, einen Halbbauern, vier Büdner, einen Schulmeister und insgesamt 19 Feuerstellen.

 

Im Zuge der Bauernbefreiung wurde durch Rezeß vom 26.08.1820 den damaligen Pachtbauern die landwirtschaftlich genutzten Flächen und Höfe gegen eine jährliche Rente überlassen. Damals hießen die Familiennamen Böttcher, Granzow, Hildebrandt, Kalff, Koß, Mickley, Ratzke, Seils und Sonnemann.


Im Jahre 1847 wurde die Gemeinheitsteilung, d.h. die Aufteilung der Weiden und des gemeinsamen Waldbesitzes durchgeführt. Dem Separationsrezeß hierüber ist zu entnehmen, dass damals schon die meisten Höfe geteilt waren. Dreizehn Halbbauern und fünf Vollbauern werden in den Urkunden genannt.

 

Der folgende Dorfplan zeigt die Höfe und ihre Besitzer etwa im Jahr 1827.

Dorfplan Hohenstein ca. 1827
Dorfplan Hohenstein ca. 1827

Kämmereidorf Hohenstein

1. des Schulzen Granzow Hof

2. Bauer Michael Raetzke

3. Peter Kalffs +

4. Peter Mickley +

5. Schmiede des Johann Friedrich Schwarz

6. dessen Wohnung

7. Halbbauer Michael Boetcher Erbpacht Hof

8. Bauer Christian Koss +

9. Bauer Johann Seils

10. Bauer Martin Wuttke früher Mich. Kalff

11. Bauer darüber Joachim Zielke ... Mich. Kalff

12. Bauer Michael Seils + Martin Jacob Granzow

13. Hirten Haus

14. Katen des Martin Albrecht unbesichtigt

15. Halbbauer Joachim Friedrich Schwartz

16. Bauer Peter Sonnemann - Joachim Gottlieb Sonnemann

17. Bauer Klötzke

18. Katen des Jacob Kotz und Joh. Wutke und Michael Jacob Wutke

19. und 20. Katen des Martin Hildebrandt und Johann Albrecht unbesichtigt

21. Schulhaus

22. Büdnerhof Martin Christian Seils

23. Rademacher Johann Stiewe

24. Halbbauerhof - Zimmerei Peter Ratzke

25. Halbbauerhof - Johann Hoepner

26. Büdnerhof - Peter Mickley

Auf einem Festakt in Starkow wurden am 10. Mai 1934 Vertreter von 131 pommerschen Bauernfamilien geehrt, deren Familien nachweislich über 200 Jahre auf ihren Höfen gesessen haben.

 

Aus Hohenstein waren dies:

Hildebrandt Granzow
1684 Richard Voll 1725
Richard Seils 1692 Hermann Wuttke 1725
August Ratzke 1716 Heinrich Wuttke 1725

 

Im letzten Güteradressbuch werden namentlich genannt:

Friedrich Albert 30 ha Erich Ratzke 24 ha
Karl Granzow 25 ha Herbert Ratzke 26 ha
Otto Granzow 22 ha Karl Seils 20 ha
Wilhelm Granzow 24 ha Richard Seils 22,5 ha
Franz Groth 24 ha Bernhard Tramborg 38 ha
Franz Krause 17 ha Richard Voll 18 ha
Willi Lemm 23 ha Wilhelm Voll 20,5 ha
Reinhold Pagel 22 ha Meta Voß 21 ha
Richard Voß 17,5 ha Willi Wuttke 18 ha
Heinrich Wuttke 21,5 ha Johann Zaddach 18 ha

 

In Hohenstein sind uns Freischulzen, Gemeindevorsteher und Bürgermeister seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Als Schulzen waren eingesetzt:

Jacob Boddeker (erwähnt 1544)   Peter Bötker + 1745
Tewes Boddeker (erwähnt 1589/90)   Tewes Bötker + 1768
Tewes Boddeker + 1662 Jacob Grantzow + 1797
Peter Bödker + 1693 Jacob Granzow + 1856
Tewes Bödker + 1708 Carl Granzow  
Michael Bödker + 1741 Jacob-Friedrich Granzow + 1897

 

In das Amt des Gemeindevorstehers bzw. Bürgermeisters (ab 1934) wurden berufen:

Bauer Johann Küttner   Bauer Richard Seils 1923-1945
Bauer August Küttner bis 1904 Schlosser Adolf Seils 1945
Bauer Johann Seils 1904-1923 Lehrer Wilhelm Pinz 1945

 

Die Räumung des Dorfes im Jahre 1945 erfolgte auf Anordnung des Stolper Landratsamtes. In den Morgenstunden des 8. März brach der Treck in Richtung Arnshagen-Nesekow auf. Eine Volkssturmeinheit zog sich über Hohenstein zurück. Nur sechs Bewohnern gelang am 7. März die Flucht von Stolpmünde aus mit dem Saugbagger STOLPMÜNDE. Der dänische Kommandant konnte aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht fahren. Deshalb übernahm Wilhelm Kruggel das Kommando. An Bord waren außer Willi seine Schwester Hedwig und seine drei Kinder Werner, Lisbeth Seils, geb. Kruggel mit ihren Töchtern Gisela und Christina, sowie  Frieda Verwiebe, geb. Kruggel mit deren Sohn Reinhardt. Mit dem Saugbagger fuhren sie bis Stralsund. Von hier aus wurde die Familie dann mit dem Zug nach Thüringen evakuiert.


Das Dorf wurde von sowjetischen Panzereinheiten, die aus westlicher Richtung von Horst und Dünnow und von Arnshagen her angriffen, kampflos besetzt. Die geflohenen Dorfbewohner kamen nicht weit, am folgenden Tage kehrten fast alle nach Hohenstein zurück. Schon in den ersten Tagen gab es mehrere Tote. Bürgermeister Richard Seils wurde verhaftet und in Stolp eingesperrt, kehrte aber später schwer an Typhus erkrankt nach Hohenstein zurück. Sein Nachfolger als Bürgermeister wurde der Schlosser Adolf Seils, der dann aber ebenfalls eingesperrt wurde, und schließlich Lehrer Wilhelm Pinz.


Am 6. Oktober 1945 begann die Ansiedlung von polnischen Bauern in Hohenstein. Sie übernahmen die Bauernhöfe als Bauern und da niemand dagegen einschritt, nahmen sie sich von den verhassten Deutschen, was ihnen gefiel, wie es zuvor auch schon die sowjetischen Truppen taten.


Die polnische Polizei sperrte Carl Granzow und den Lehrer Pinz in Stolpmünde in der Villa Röhlicke ein.
Während Granzow nach einiger Zeit entlassen wurde, musste Pinz nun dafür büßen, dass er sich dem sowjetischen Kommandanten als Bürgermeister zur Verfügung gestellt hatte. Er wurde zu acht Jahren Haft verurteilt und ist schließlich in Naugard elendig ums Leben gekommen.


Alle Bewohner wurden deportiert. Eine große Vertreibungsaktion erfolgte am 23. November 1946 mit dem Ziel Halle/Sachsen. Die Heimatortskartei Pommern hat später 138 von ihnen in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt und 120 in der DDR.

Kirche

Kirchensiegel  ev. Kirche Arnshagen
Kirchensiegel

Hohenstein war in der Kirche von Arnshagen eingepfarrt und gehörte somit gemeinsam mit Arnshagen, Groß Strellin, Klein Strellin und Überlauf zum Kirchspiel Arnshagen.
Als Kirchspiel gehörte Arnshagen zum Kirchenkreis Stolp-Stadt.

 

Von der Kirche Arnshagen sind mehrere Kirchenbücher erhalten geblieben.

Standesamt

Siegelmarke StA Arnshagen
Siegelmarke

Hohenstein hatte kein eigenes Standesamt, sondern gehörte zum Standesamtsbezirk Arnshagen.

 

Unterlagen aus dem Standesamt Arnshagen aus der Zeit vor 1945 sind nicht erhalten geblieben.

Schule

Die Hohensteiner Schule wird urkundlich erstmals 1787 genannt. Das Patronat der Schule hatte bis zum Jahre 1908 der Magistrat der Stadt Stolp inne. Im Jahre 1844 wurde ein neues Schulhaus erbaut. Das letzte Schulhaus vor dem Kriege stammte aus dem Jahre 1911.

1932 eingliedrige Volksschule    1 Lehrer    1 Klasse    49 Schüler

Letzter Lehrer: Wilhelm Pinz

Gesellschaftliches und politisches Leben

Reiterverein Hohenstein 1924

Dass Hohenstein einen Reiterverein bekam, hatte es dem Rittmeister von Wühlisch in Nesekow zu verdanken. Im Jahre 1924 ging er daran, die ersten vier Reitervereine im Kreis Stolp zu gründen, darunter auch Hohenstein. Aus dem 1. Weltkrieg waren die Ulanen Herbert Ratzke und Carl Granzow als Gefreite zurückgekehrt. Diese ermunterte er, weitere Bauernsöhne für einen Verein zu werben.

 

Zuerst leitete Herr Wühlisch den Unterricht selbst. Er fand statt auf dem „Zigeunerplatz“ im Sandfeld an der Strasse nach Arnshagen, unterhalb vom Speckenberg. Für Herrn von Wühlisch war es trotzdem eine lange Strecke zu reiten.

 

Als dann Herr Kopplin aus Stolpmünde Reitlehrer wurde, war die Schar der Reiter schon stark angewachsen. Nun wurde der Reitplatz an das Wäldchen hinter den Dorf verlegt, wo Heinrich Wuttke ein Stück Land zur Verfügung stellte, uneigennützig wohl, denn der Verein hatte kein Vermögen. Bis 1934 war der Verein auf gut 30 aktive Mitglieder angewachsen. Am 1. Mai 1934 war er aufgefordert worden, dem Maiumzug der Stolpmünder voranzureiten. Das war dann auch das Ende ders Vereins, weil alle Reiter in die Reiter-SA sollten. Es wird nur noch von einem Reitertreffen berichtet. Carl Granzow gab den Vorsitz an Gottfried Schulz (Stolpmünde) ab. Es blieb nur die alte Tradition, den Festumzug beim jährlich am ersten Wochenende im September stattfindenden Erntefest anzuführen.

Mitglieder:

Hohenstein Carl Granzow 1. Vorsitzender
  Wilhelm Voß  
  Herbert Ratzke  
  Friedrich Granzow  
  Elisabeth Hildebrandt Schriftführerin
  Willi Lemm  
  Fritz Albrecht  
  Martin Wuttke  
  Richard Seils  
  Siegfried Seils  
  Karl Wuttke (später auch seine Brüder Friedrich und Paul
  Fritz Voll  
  Werner Groth  
  Johanna Ratzke, verh. Wuttke  
Arnshagen Reinhold Papenfuß  
  Fritz Küttner  
Nesekow Rittmeister Georg von Wohlisch Reitlehrer
Stolpmünde Kopplin Reitlehrer
  Sohn von Kopplin  
  Gottfried Schulz 2. Vorsitzender
  Georg Schulz  
Strickershagen Ulrich Diebig  
  Joachim Diebig  
  Krause  
Horst Fritz Schulz  
  Willi Schulz  
  Otto Höppner  
Schwolow Günter Albrecht  
  Walter Albrecht  

 

Quelle: Heimatbuch Hohenstein

Persönlichkeiten

Wilhelm Pinz

Wilhelm Pinz, Lehrer in Hohenstein (*21.01.1883 in Ziegnitz/Kreis Schlawe, + 30.05.1947 in Naugard)

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Elisabeth Granzow

Elisabeth Granzow geb. Hildebrandt (* 14.10.1914 in Hohenstein, + 20.07.2004 in Dörentrup Wendlinghausen)

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