Ausstellung mit Madonna von Pechstein

von Henry Kuritz (Kommentare: 0)

Vom September 2011 bis Januar 2012 wird im Gropiusbau in Berlin anlässlich der polnischen EU-Ratspräsidentschaft die Ausstellung „Polen–Deutschland – 1000 Jahre“ gezeigt, gefördert vom polnischen Kulturminsterium und dem Staatsminister für Kultur der Bundesrepublik Deutschland. Unter den 800 Exponaten wird auch die „Madonna als Fürbitterin“ von Max Pechstein (1881–1955) zu sehen sein. Pechstein, der seit Anfang der 20er Jahre in Leba und Rowe malte, seit 1937 mit seiner expressionistischen Kunst als „entartet“ galt und verfemt war, erlebte das Kriegsende in Leba. Nachdem er sich zunächst mit handwerklichen Arbeiten durchgeschlagen hatte, erhielt er den Auftrag, für die neue katholische Kirche das Madonnenbild zu malen. Er benutzte dazu ein 2 × 1 m langes Laken und malte mit Bootslackfarben. Lange Jahre stand das Bild später in einer Abstellkammer, ehe es 1994 wieder seinen Platz in der Kirche einnahm. Es zeigt die Madonna auf der vom Meer umspülten Erdkugel stehend und den mit den Wellen kämpfenden Fischkuttern ihnen Schutz spendend. Über die bevorstehende Ausstellung berichtet auch die „Głos Pomorza“ vom 27. Januar 2011, allerdings mit fehlerhafter Angabe, sie schreibt „Polen-Deutschland 100 Jahre“.
Isabel Sellheim

 

Bildnachweis:
Andrzej Czarnik:
Pomorskie Plenery Maxa Pechsteina. Tekst niemiecki Isabel Sellheim, Słupsk 2003

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