Słupsk –wczoraj i dziś | Stolp – gestern und heute
von Isabel Sellheim (Kommentare: 1)
Słupsk –wczoraj i dziś Stolp – gestern und heute
Bilder der Stadt in der Photographie des 20. und 21. Jahrhunderts
Unter diesem Titel fand am 25. Oktober im Mittelpommerschen Museum in Słupsk/Stolp, das 2014 sein 90 jähriges Bestehen feiert, die Eröffnung einer bemerkenswerten Ausstellung mit weit über hundert Photographien statt. Zu Beginn wurde ein Film gezeigt, in dem ältere Bürger der Stadt, unter ihnen zwei Frauen der deutschen Minderheit, aus ihren Erinnerungen in der Anfangszeit nach dem Krieg erzählen. Eine CD mit den Interviews erhält man beim Kauf des Katalogs gratis.
In Gegenüberstellung von Ansichten vor und nach 1945, möglichst aus gleichem Blickwinkel, wird an den in zwei Sälen geschickt präsentierten Bildern deutlich, wie sich die Stadt bis heute immer wieder verändert hat. Dabei ist die Zeit vor 1945 nicht selten schon die Zeit von Vorgestern, denn eine Bildfolge wie die vom Bahnhof oder der früheren Bachstraße zeigt fortlaufende Veränderungen auch innerhalb der letzten Jahrzehnte. Fotos wie das nach langer Bauzeit 2011 eröffnete neue Krankenhaus am südöstlichen Stadtrand, lassen zudem erkennen, wie weit sich die Stadt heute gegenüber der Vorkriegszeit ausgedehnt hat.
Die Ausstellung, Planung und Durchführung, lagen in den Händen von Dorota Ciecholewska, Mitarbeiterin des Museums, von der auch der einleitende Text des zweisprachigen Katalogs mit der wie stets vorzüglichen Übersetzung von Robert Kupisiński stammt. Die Autorin betont das Thema Veränderung, sie vermeidet dabei einen direkten Hinweis auf die Gründe, die nach 1945 für die Veränderungen eine ganz entscheidende Rolle gespielt haben. Das Bildmaterial aus deutscher Zeit, stammt vorwiegend aus den Sammlungen des Museums, einiges, wie im Katalog angegeben, auch aus anderer Quelle, so aus dem Bildband von Schulz-Wolter, Stolp, Bilder aus dem Leben der Stadt. Bonn 1984. Die Fotos aus neuerer Zeit sind überwiegend Aufnahmen von Jan Maziejuk, dem als „legendär“ geltenden Fotoreporter der Stadt, wie er im Katalogs genannt wird.
Wie bei der Eröffnung der Ausstellung zu beobachten, stießen die Bilder auf außerordentlich lebhaftes Interesse der in ungewöhnlich großer Zahl erschienenen Anwesenden. Für denjenigen, der Stolp vor 1945 kennt, haben die Bilder allerdings darüber hinaus ihren ganz besonderen, mitunter auch schmerzlich emotionalen, Wert.

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Kommentar von Isabel Sellheim |
P.S.: Die Ausstellung läuft bis zum 15. Februar 2015.