Zur Geschichte von Kunsow bis 1945

Besitzverhältnisse

1301 wird als Besitzer der Burggraf Mathäus von Schlawe genannt. Von 1393 ab besaßen es Laurenz und Derseke Koske, die als Vorfahren der von Zitzewitz gelten. Schon im 15. Jahrhundert waren die Massows hier ansässig.

 

Brüggemann schreibt dazu: "Es wurde nach dem Tode des Hauptmannes Erdmann Casimir von Massow, von dem Vormunde seiner Kinder eingelöst, unter welchen es Ewald Heinrich von Massow bekam und es nach dem Vergleiche vom 17 Januar 1748 erblich dem Besitzer des in dem Schlawischen Kreise gelegenen alten massowschen Lehns Wussecken, dem Rittmeister Hans Wedig von Massow verkaufte. Dieser überließ das Gut Cunsow, nach dem Vergleiche vom 30 October 1750, seinem Sohne, dem Hauptmann und nachmaligen Obersten Friedrich Eugen von Massow, der am 26 Junius 1752 mit demselben belehnet wurde und nach dem Tode seines Vaters und nach dem brüderlichen Theilungsvergleiche vom 10 November 1753 auch das Gut Wussecken bekam. Nach seinem Tode besitzet jetzt sein einziger Sohn, der Fähnrich bey dem Regimente des Prinzen Leopold von Braunschweig unter Wilhelm von Massow, die Güter Cunsow und Wussecken."

 

1804 besaß es Franz Georg von Kleist, und 1861 kaufte es ein Manteuffel für 93.000 Taler. Durch Gesetz vom 5. Juli 1876 wurden Kunsow, Quackenburg und Scharsow, die alle als Enklaven innerhalb des Stolper Kreises lagen, aber zu Rummelsburg gehörten, dem Kreis Stolp angegliedert. Im 19. Jahrhundert ging Kunsow in bürgerliche Hände über. Es befand sich über Generationen hinweg im Besitz der Familie Siemers. Die letzten Besitzer waren 1884 der Rittmeister a.D. August Siemers, 1928 Hans Siemers und zuletzt Hans-Joachim Siemers.

Baudenkmale und Flure

Am südlichen Ortsausgang gab es einen normalen Friedhof direkt hinter der Sandgrube und einen separaten Friedhof des Gutsbesitzers.

 

Wenn man den Eingang des Friedhofes linkerhand passierte, kam man zu einem kleinen Waldstück. Dort befand sich die Seeblänke. Blänken sind Wasserstellen, die saisonbedingt, also nicht das ganze Jahr über, Wasser führen. Das Wort ("blank") rührt vom Schimmern der Wasseroberfläche her. Im Sommer können Blänken austrocknen, nur in den tiefsten Stellen kann noch Wasser stehen.

 

Zwei weitere Gewässer gab es am Schloß (Gutshaus). Am Gutshaus war es eher ein Zierteich. Der andere in Richtung Schloßberg wurde im Winter gerne zum Schlittschuhlaufen genutzt.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Hufen-Klassifikation von 1717 enthält die Eintragung:

Bauern a ¾ Landhufen:

Christian Schmidt Michel Neitz Jacob Mews
Erdmann Mews Jürgen Waldow Christian Waldow
Marten Neitzke Jacob Waldow Jochim Lübke
Zimon Topel    

 

Cossäthen:

Michel Steingräber Jochim Neitzke  

 

Nach Brüggemann hatte Kunsow um 1784 ein Vorwerk, zehn Bauern, einen Halbbauern, eine Schmiede, einen Schulmeister und insgesamt 22 Feuerstellen.

 

Im Jahre 1938 hatte das Rittergut eine Betriebsfläche von 504 ha. Sie setzten sich zusammen aus 375 ha Ackerland, 45 ha Wiesen, 80 ha Wald, 4 ha Unland, Hofraum und Wege und 1 ha Wasserfläche. Der Viehbestand belief sich auf 26 Pferde, 120 Stück Rindvieh, 30 Schafe und 300 Schweine. Außerdem gab es in Kunsow 36 bäuerliche Betriebe, die sich wie folgt zusammensetzen:

9 mit 5 bis unter 10 ha
17 mit 10 bis unter 20 ha
10 mit 20 bis unter 100 ha.

 

Im letzten Hofadressbuch sind als Bauernhofbesitzer namentlich aufgeführt:

Ewald Crettmann 23 ha Karl Erdmann 23 ha Willi Höppner I 23 ha
Witwe Martha Erdmann 24 ha Otto Maron 25 ha Franz Neitzke 26 ha
Karl Potratz 26 ha Karl Manske 30 ha Luise Mews 39 ha

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