Heimattreffen 2019

Das Heimattreffen 2019 findet vom 25. bis 30. September statt.

Vortour vom 10.-15. April 2019

Vom 10. bis 15. April 2019 fuhren Marion Hergesell und Uwe Kerntopf (mit Hund Winnie) ins Stolper Lande, um vor Ort mit unseren polnischen Freunden die Organisation des im September geplanten Heimattreffens zu besprechen und um die Orte aufzusuchen, die wir bei unserer Fahrt mit dem Bus besuchen möchten.

 

Es folgt Marions Bericht.

Mittwoch 10.04.2019

06.30 Uhr Treffpunkt Porta-Parkplatz Köln-Lind – 19.20 Uhr Hotel Pod Klucką Słupsk

Keine Staus, bestes Reisewetter – bis kurz vor Stolp...

Hier kündigte sich der große Wetterumschwung mit dunklen Wolken, Schneegraupel und einem großen Regenbogen an, durch den wir nach Stolp fuhren.

Nach dem Einchecken hatten wir ein leichtes Abendessen im Hotel, (Piroggen und Schmolsinsche Suppe) lecker!

Donnerstag, 11.04.2019

Stolp am Morgen mit leichtem Schnee zeigte uns der Blick aus dem Hotelzimmer.

09.30 Uhr Besuch des Grabes von Isabel Sellheim und der Deutschen Gedenkstätte auf dem Alten Friedhof in Stolp.

Um 10.00 Uhr holten wir Andrzej Machutta als Reisebegleiter vor seinem Haus in Stolp ab. 

 

Über Zwischenstopps in Kriwan (Schloss) und Rathsdamnitz (Papierfabrik) fuhren wir nach Klein Gansen.

11.30 Uhr Vor dem Wasserkraftwerk In Klein Gansen begrüßte uns Krzysztof Pałubicki  (Mitarbeiter).

Das Wasserkraftwerk wurde 1912-1914 gebaut und 1920 fertig gestellt.

 

Uwe zeigte historische Dokumente und Fotos zu diesem Wasserkraftwerk und wird Kopien zusenden.

 

Krzysztof Pałubicki führte uns durch das Wasserkraftwerk und erläuterte uns die Technik.

Die auf 7 Monate angelegten Modernisierungsarbeiten wurden gerade begonnen (Einbau neuer Schaltanlagen).

Unsere geplante Besichtigung im September 2019 ist daher unwahrscheinlich.

Mögliche Alternativen wären Besichtigung des Wasserkraftwerks Wendisch Silkow (Schwerinshöhe) an der Lupow oder Struga an der Stolpe in der Nähe des Jassener Sees.

 

Im Ausstellungsraum fanden sich einige alte elektrische Geräte, wie z. B: ein Staubreiniger, Porzellan-Glühbirnen, Porzellansicherungen, Transformatoren und vieles mehr.

Auf der Weiterfahrt Richtung Loitz ein kurzer Halt an der Stolpe um die Stimmung mit dem Fotoapparat einzufangen (Kapelle Klein Gansen).

Ein kleiner Abstecher nach Poberowo (Poberow Kreis Rummelsburg): Nach einem herzlichen Hallo mit einer befreundeten Familie Marions, Weiterfahrt in die Loitz zur Oberförsterei.

Hier erwartete uns Oberförster Grzegorz Goliszek. Bei Kaffee und Kuchen wurden Art und Ablauf unseres Programmpunktes im September zum Besuch in der Oberförsterei Loitz erarbeitet.

 

Waldbau, Waldbestand, Wildbestand, Gefährdung der Bäume durch Rotwild - um nur einiges aufzuzählen - wurden von Grzegorz Goliszek beschrieben. Der hohe Bestand an Rotwild gefährdet die Bäume, da Reh und Hirsch bereits die Rinde abfressen. Zwei  Rudel Wölfe in dieser Region mit einer Zahl von 12 – 25 Tieren sorgen hier für eine natürliche Regulierung.

 

Vor dem alten Kachelofen in der Oberförsterei in der Loitz wurde ein Erinnerungsfoto gemacht.

 

Die Steine vor der Oberförsterei erinnern an die verstorbenen Förster aus deutscher und polnischer Zeit. (Siehe dazu auch die Nachricht vom 12.07.2015).

Wir danken unserem Mitstreiter Gerhard Lange und seiner Gattin Waltraud für ihr persönliches Engagement in der Loitz.

Fahrt durch den Loitzer Forst…

... und Besuch des Waldfriedhofs der Oberförster; hier das Grab des 2015 leider viel zu früh verstorbenen Oberförsters Janusz Adam Sterczewski, mit dem Gerhard Lange eine schöne Freundschaft pflegte.

Wieder in Stolp (es ist kalt) …

… Besuch in der Druckerei Boxpol

 

Das Stolper Heft wird hier seit 2010 auf Initiative von Frau Sellheim gedruckt.

18.00 Uhr Arbeitsessen zur Vorbereitung des Stolper Heimattreffens

 

Unserer Einladung sind gefolgt (v. l. n. r.)

 

 

Der Ablauf des Programms im September wurde abgestimmt. Viele gute zukunftsorientierte Ideen wurden entwickelt, die wir gerne umsetzen werden.

 

Einen wichtigen Raum nahm das Erinnern, die Dankbarkeit und die Würdigung Isabel Sellheims in ihrem Wirken ein:

 

  • die große Lücke, die sie hinterlässt in der Kulturarbeit, der deutsch-polnischen Verständigung und Zusammenarbeit
  • ihre Verdienste und ihr unermüdlicher persönlicher Einsatz u. a. für das Gewinnen von Förderern, das Gelingen verschiedener Projekte– z. B. Ausstellungen pommerscher Künstler, Schriftsteller, Veranstaltungen, Heimattreffen
  • in vielen kulturellen, gesellschaftlichen Bereichen der Stadt Stolp sowie ihre hilfreiche Unterstützung z. B. des Kindergartens Nr. 6, der deutschen Minderheit in Stolp

Freitag, 12.04.2019

Robert Kupisiński übergab Unterlagen aus dem Nachlass Isabel Sellheims für die Heimatstube; Uwe Kerntopf überreichte einige Bücher aus der Heimatstube für die Museumsbibliothek.

Marion Hergesell sah sich in der Zeit gerne in der ehemaligen Schlossmühle, Teil des Mittelpommerschen Museums, die Ausstellung  mit pommerschen Trachten, Geräten zur Leinweberei (vom Hanf zum Leinen), kaschubische Handarbeiten und Porzellanmalerei sowie ein besonderes Musikinstrument: „die Teufelsgeige“ an.

Kaschubische Muster als Porzellanmalerei und Stickarbeit.

Treffen mit Monika Gębczyńska, Leiterin der Touristinformation Stolp

 

Im Eckhaus an der Straße Starzyńskiego - rechts vom Rathaus gelegen - befindet sich das Büro der Touristinformation.

Hier werden von Monika Gębczyńska und ihren zwei Mitarbeiterinnen auch in deutscher Sprache hilfsbereit und kompetent Auskünfte und Anregungen für den Besuch in Stolp und Umland gegeben.

Viele Erinnerungsreisende suchen z. B. ihre ehemalige Straße – benötigen vielleicht einen deutschsprechenden Reisebegleiter - auch hier wird gerne geholfen.

Ein reiches und vielfältiges Merchandising-Sortiment als Andenken an Stolp, Pommern und Utensilien mit kaschubischen Mustern runden das Angebot ab.

Ein gutes und wichtiges Ergebnis unserer Reise ist die Intensivierung der Zusammenarbeit der Touristinformation Stolp und unserem Stolper Heimatverein. Erste Aufgaben dazu haben wir mitgenommen.

Monika Gębczyńska ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich durch das schöne Rathaus zu führen.

 

Das Rathaus, erbaut 1900/1 im neogotischen Stil, war im Krieg nicht zerstört worden. Deshalb sind auch Originale erhalten, u. a. die beiden monumentalen Gemälde im Eingangsbereich, die den Fischmarkt in Stolp und eine Schiffentladung im Hafen von Stolpmünde darstellen, sowie viele Fensterglasmalereien.

Sehr schöne Jugendstil-Elemente findet man hier, z. B. als Ornamente der Wandmalerei und die Wandverkleidung im Treppeneingang.

Hochhinauf stiegen wir 180 Stufen in den Rathausturm.

Auf halbem Wege sieht man hinter einer Glasscheibe die beeindruckende Mechanik der Rathausuhr. Dieses Chronometer wurde von Otto Pila, Stolp, gebaut.

Weiter aufwärts – nach insgesamt 180 Stufen sind wir oben im Turm angelangt. Hier genossen wir den besten Ausblick auf Stolp.

Im Copyshop hat Uwe die Herstellung der Plaketten für das Heimattreffen in Stolp beauftragt sowie die Digitalisierung einer Landkarte für die Stolper Heimatstube Bonn.

 

Impressionen auf dem Weg auf der Schmiedebrücke, Stolpe Blick Richtung Schloss, Stolpe Blick Richtung Norden und Blick auf die ehemalige Nikolai-Kirche.

Am Nachmittag besuchten wir zwei langjährige Freundinnen Isabel Sellheims, Hedwig Flügel (links) in Stolp, sowie Marta (und Horst) Biel in Dumröse, die der deutschen Minderheit angehören. Wir wurden sehr herzlich und gastfreundlich empfangen.

 

In unseren Gesprächen spürten wir die große Trauer um Isabel Sellheim, den Verlust einer lieben Freundin und die überaus große Wertschätzung für ihre Fürsorge und ihr unermüdliches vielseitiges gesellschaftliches und kulturelles Wirken in Stolp.

Am Abend sind wir gerne der Einladung zu einer Geburtstagsfeier gefolgt mit zahlreichen netten, interessanten Gästen der jungen und mittleren Generation. Dieser schöne Abend stand ganz im Zeichen deutsch-polnischer Verständigung (Es wurde spät ...).

Samstag, 13.04.2019

Umzug von Stolp nach Stolpmünde

 

Im Hotel Piast holten wir um 12:00 Uhr Ulrike Dotzer, Leiterin Abteilung ARTE und ARTE Beauftrage beim NDR ab.

Dieser Kontakt wurde durch den Schauspieler und Regisseur Torsten Münchow hergestellt (Gast unseres Arbeitsessens am Donnerstag 11.04.2019).

 

Malerin Monika-Maria Dotzer, gebürtige Stolperin, ist die Mutter von Ulrike Dotzer.


Monika-Maria Dotzer ist auch Vereinsmitglied in unserem Verein Stolper Heimatkreise e. V.

Sie hat 2013 ihre Arbeiten im Museum im Schloss der Pommerschen Herzöge in Stolp ausgestellt – auf Betreiben Isabel Sellheims. Beide blieben seitdem in freundschaftlicher Verbindung. (s.a. Stolper Heft 2014 Seiten 38-42)

So tauschten wir uns mit Ulrike Dotzer auch über unser gemeinsames Interesse an der Heimat unserer Mütter aus.

 

Ulrike Dotzer schloss sich unserem geplanten Treffen mit Marcin Barnowski an – der aufgrund seiner Arbeit als Historiker, Journalist und Autor seit vielen Jahren mit Uwe Kerntopf bekannt ist.

 

Marcin Barnowski begrüßte uns sehr freundschaftlich. Sein großes Lebensprojekt ist die historische Recherche, deren Umsetzung in Aufbau und Gestaltung und Ausstellung der Bunkeranlage Blücher in Stolpmünde.

Mit Hilfe von EU-Fördergeldern hat der polnische Ostseeort Ustka den Blücher-Bunker durch Marcin für die Öffentlichkeit „restauriert“. Zu sehen gibt es nicht nur die Anlage selbst, sondern auch zahlreiche Objekte und Anschauungsmaterialien.

Mit dem Jeep ging es zunächst auf das Gelände der Befestigungsanlage an der Westmole, die nach 1945 durch die Polen errichtet wurde, um einen evtl. Angriff von der Seeseite abzuwehren. Von dort sahen wir auch Teile des 1920 begonnenen Projekts des Hafenausbaus, das aber nicht vollendet wurde. Ein großer Teil ist heute vom Dünensand bedeckt.

Danach erklärte Marcin Barnowski uns während der privaten Führung die Bunkeranlage.

Anschließend saßen wir in gemütlicher Runde (bei Glühwein, Kaffee und Bier) um uns über unsere Eindrücke und weitere Projekte auszutauschen.

Zum Abschied schenkte uns Marcin Barnowski einen großen Bildband der von ihm geschriebenen Chronik der Großgemeinde Stolp. (s.a. Stolper Kalenderblatt)

Sonntag, 14.04.2019

Im Hotel Lubicz lernten wir Frau Bärbel Oesau und Ihren Freund kennen.

Mit zwei Ahnenpässen im Gepäck, war sie auf Erinnerungsreise nach Stolp und Stolpmünde. Musste sie als Kind, geboren 1940 in Wusseken bei Gambin, mit ihren Eltern und Geschwistern, die Mutter hochschwanger, doch am 8. März 1945 von hier aus mit dem Schiff ihre Heimat verlassen.


Wir pflegten einen herzlichen Umgang – nahmen uns Zeit für Erzählungen und freuen uns auf ein Wiedersehen vielleicht auf unserem Heimattreffen in Stolp im September.

 

Wir bleiben in Kontakt.

(Ihre Spitzenahnen heißen POLZIN, KAUTZ, KLAFFKE, WITT, LÜDTKE, WOHLER, COLBERG, STIELOW und BOLDUAN, überwiegend aus dem Kreis Bütow, sowie BERNDT, LIETZ, MUTZ, KRAMER, KASISCHKE, HUFSCHILD und DARKOW, überwiegend aus dem Kreis Rummelsburg)

Montag, 15.April 2019

Die Rückfahrt erfolgte, abgesehen von den vielen Baustellen vor Stettin und einem Stau auf dem nördlichen Berliner Ring, relativ stressfrei.

Marion Hergesell, Ostern 2019